Greenpeace-Gruppe Regensburg, Newsletter November 2001, Ausgabe 26

Liebe Interessierten, dieses Mal möchten wie Sie informieren über unsere aktuelle Arbeit zu den Themen Landwirtschaft, Dauergiften und Wald. Angesichts der aktuellen Zusammenkunft in Doha wollen wir Sie auch hierzu auf dem Laufenden halten. Und wir laden Sie in die VHS ein, aber lesen Sie selbst.

Heute wünschen wir unseren 334 (+/-0) Abonnenten wieder viele neue Erkenntnisse!

- WTO-Ministertreffen in Doha
- Greenpeace-Gentechnikvortrag an der VHS
- Landwirtschaftskampagne: So produziert "Du Darfst"
- POPs-Erfolg: Bundesregierung will TBT verbieten
- Fortschritte für den Wald-Naturschutz beim "Ersten Deutschen Waldgipfel"
- Kalenderverkauf 2002
- Termine
- Schlussworte


*** WTO-Ministertreffen in Doha *** (JF / GP / Attac)

Gerade findet in der Hafenstadt Doha des Golf-Emirats Katar die 4. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation WTO statt. Greenpeace lehnt eine neue Verhandlungsrunde ab, die die USA und die Europäische Union auf der Konferenz durchsetzen wollen, solange nicht wesentliche Bedingungen erfüllt sind. So soll eine neue Runde erst beginnen, wenn die USA das Kyoto-Protokoll zum Schutz des Klimas unterzeichnet haben. Die WTO muss garantieren, dass sie mit ihren Entscheidungen keine internationalen Abkommen zum Schutz der Umwelt zunichte macht. Zudem müssen Patente auf Lebewesen und ihre Gene international untersagt werden.
Mit dem Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior erreichten gestern auch Menschen aus 18 Ländern den Konferenzort, die Opfer der Globalisierung sind und sonst nicht bei WTO-Treffen gehört werden. Sie werden auf dem Greenpeace-Schiff die Öffentlichkeit informieren, wie die derzeitige Welthandelspolitik ihr Leben und ihre lokalen Gemeinschaften beeinträchtigt.
Parallel zur Tagung der World Trade Organisation (WTO) im Wüstenstaat Katar wird ATTAC Regensburg gegen die ungehemmte Liberalisierung des Welthandels demonstrieren. Auf die Aktion am Samstag den 10.11. (ab 10:00 auf dem Neupfarrplatz) möchten wir hier hiermit hinweisen.


*** Greenpeace-Gentechnikvortrag an der VHS *** (JF)

Am kommenden Montag, 12.11.2001, wird Christian Schröfl, Landwirtschaftsexperte der Greenpeace-Gruppe Regensburg, ab 20 Uhr im Raum 221 der VHS (Haidplatz 8, Thon-Dittmer-Palais) den Vortrag "Gentechnik in der Landwirtschaft und in Nahrungsmitteln" halten.
Im Rahmen diese Vortags werden die Gefahren der "Grünen Gentechnik" (Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft) näher erläutert. Es wird eingegangen auf die Ökologischen sowie die Gesundheitlichen Risiken, Argumente der Befürworter werden widerlegt. Anhand einiger ausgewählter Beispiele werden "Modellprojekte" vorgestellt, sowie die damit verbundenen Risiken aufgezeigt.
Im Rahmen dieses Vortrags wird aufgezeigt, dass der Verbraucher nur unzureichend bezüglich "Gentechnisch veränderter Lebensmittel" geschützt ist.
Mögliche Folgeerscheinungen werden von der Gentechlobby völlig außer acht gelassen. Da bisher nahezu keine Lebensmittel gekennzeichnet sind, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen produziert werden, ist der Verbraucher nicht in der Lage diese Produkte von jenen zu unterscheiden, welche ohne Gentechnik hergestellt werden. Mögliche Folgeerscheinung auf unser Ökosystem, sowie auf den Menschen sind völlig unzureichend erforscht."
Zu diesem kostenlosen Vortrag möchten wir hiermit herzlich einladen!


*** Landwirtschaftskampagne: So produziert "Du Darfst" *** (CS2)

Greenpeace engagiert sich seit einiger Zeit zum Thema Landwirtschaft. Angeprangert werden hierbei die Missstände, welche aus der Massentierhaltung resultieren. Greenpeace fordert die großen Lebensmittelkonzerne dazu auf, kein Fleisch zu verwenden, welches aus Massentierhaltung stammt. Zur Zeit wird am Beispiel Unilever ("Du Darfst"-Putenprodukte) aufgezeigt, dass auch namhafte Konzerne Tiere aus Massentierhaltung verwerten.
Die Greenpeace-Gruppen informieren deutschlandweit an Infoständen über die katastrophalen Haltungsbedingungen.
In Regensburg wurde bisher ein Infostand vor dem Kaufhof abgehalten, wobei die Putenprodukte des Supermarktes im Kaufhof von "Du Darfst" mit einem Label beklebt wurden, worauf Das Logo von "Du Darfst" in Verbindung mit einer Pute aus einer Stallung mit Massentierhaltung abgebildet war.
Die Aktion endete mit einem Hausverbot für ein Mitglied der Greenpeace-Gruppe Regensburg.
Die nächste Infoaktion in Regensburg findet am Samstag, 17.11.2001 ab 10 Uhr in der Pfauengasse (zwischen Kaufhof und Gaststätte Hermann) statt.
--> www.greenpeace.de/landwirtschaft


*** POPs-Erfolg: Bundesregierung will TBT verbieten *** (SA)

Schon Anfang diesen Jahres hat die Bundesregierung ein nationales TBT (Tributyl-Zinn)-Verbot erlassen. Damit soll die Verwendung von Schiffsanstrichen mit zinnorganischen Verbindungen wie TBT vollständig verboten werden. Auch die Verwendung dieser Substanzen für die Behandlung von Schwertextilien, Kleidung, Windeln u.a. soll untersagt werden. Nun muss die Europäische Kommission dem nationalen Alleingang zustimmen. Nach EU-Recht sind solche nationalen Maßnahmen nämlich nur zulässig, wenn es in einem Staat besondere Gefahren gibt, die es abzuwenden gilt. TBT ist als POP (persistent organic pollutant, Dauergift) jedoch auf der ganzen Welt zu finden.
TBT wird als Biozid in Schiffsanstrichen verwendet, um unerwünschten Bewuchs des Schiffrumpfes durch Schnecken, Algen u.a. zu verhindern. Über die Nahrungskette reichert sich das Gift immer mehr an, bis zum Endverbraucher Mensch. TBT ist eine der giftigsten Substanzen, die vom Menschen bewusst in die Umwelt freigesetzt wird. Außerdem finden sich TBT sowie andere zinnorganische Verbindungen als Stabilisatoren in Weich-PVC. Greenpeace und andere Organisationen konnten letztes Jahr TBT in Babywindeln, Fußballtrikots, T-Shirts, Gartenschläuchen, Innenraumfarben, PVC-Bodenbelägen und aufblasbaren Badeartikeln nachweisen. In diesen Konzentrationen sind zwar keine unmittelbaren Gesundheitsschäden zu befürchten, jedoch können langfristige Schädigungen auftreten. TBT schädigt das Immunsystem und greift in den Hormonhaushalt ein, indem es die Bildung von Testosteron erhöht. Untersuchungen an Meeresschnecken zeigen Missbildungen und Unfruchtbarkeit als Folge.


*** Fortschritte für den Wald-Naturschutz beim "Ersten Deutschen Waldgipfel" *** (CS)

Auf dem "Ersten Deutschen Waldgipfel" in Bonn (24.10.2001) (www.waldgipfel.de) verabschiedeten die Teilnehmer aus allen möglichen zum Thema engagierten gesellschaftlichen Gruppen ein durchaus fortschrittliches Abschiedsdokument (www.waldgipfel.de/download/wg-vertrag01.pdf). Besonders die Passagen zum Thema Naturschutz sind fast schon als spektakulär zu bezeichnen (S. 8), denn bezüglich der zukünftigen Schutzflächen heißt es u. a., man solle sich an den "Empfehlungen des Rates der Sachverständigen für Umweltfragen" vom April 2000 orientieren (der von Hessen eingebrachte Dissenspunkt hängt wohl mit der Auseinandersetzung um den potenziellen Kellerwald-Nationalpark zusammen).
In diesen "Empfehlungen" (http://www.umweltrat.de/pdf/kurz00d.pdf, Kurzfassung, S. 30) heißt es diesbezüglich: "Von forstlich genutzten Flächen sollen 5% Totalreservate, 10% naturnahe Naturschutz-Vorrangflächen und 2-4% naturnahe Waldränder einem Waldbiotopverbundsystem vorbehalten bleiben."
Damit wurde erstmals auch von der Nutzer- und Waldbesitzerseite die langjährige Kernforderung vieler Naturschutzorganisationen und Fachleute nach mindestens 5% Totalreservaten im Wald zumindest auf dem Papier akzeptiert.
Zudem wurde das FSC-Zertifikat, das Produkte aus ökologisch ausgerichteter Waldwirtschaft auszeichnet, erstmalig als geeignet für Waldbesitzer aller Art in Deutschland anerkannt - ebenfalls eine Premiere. Bisher wurde v. a. von Waldbesitzerverbänden und vielen Landesforsten (z.B. Bayern) nur das Pan-Europa-Zertifikat (PEFC) mit wesentlich schwächeren ökologischen Kriterien als geeignet propagiert.
Inwieweit dieses Papier nun konkrete Auswirkungen hat, bleibt natürlich abzuwarten, zumal so manche zu Protokoll gegebene Dissenspunkte noch im Raum steten. Es ist aber ein erster wichtiger Schritt in eine gute Richtung.


*** Kalenderverkauf 2002 ***

An allen unseren Veranstaltungen bis zum Jahreswechsel können Sie voraussichtlich den bewährten Greenpeace-Taschenkalender 2002 zum Preis von 14,80 DM erwerben. Außerdem erhalten Sie diesen jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr in unserem Büro (Taubengäßchen 1). Gegen Versandkostenerstattung senden wir Ihnen diesen auch zu. Vor- oder Bestellungen bitte per Email an juergen.friedmann--addzeichen--greenpeace-regensburg.de


*** Termine *** (JF)

Montag, 12. November 2001, 20 Uhr: Vortrag "Gentechnik in der Landwirtschaft und in Nahrungsmitteln", VHS (Thon-Dittmer-Palais, Haidplatz 8), Vortragsraum 221
Samstag, 17. November 2001: Infostand zur Landwirtschaftskampagne (Pfauengasse)
Donnerstag, 6. Dezember 2001, 18.30 Uhr: Infotreffen für Interessierte. Wenn Sie Interesse haben, in unserer Gruppe mitzuarbeiten, bekommen in unserem Büro genauere Informationen.
6.-14. April 2002: dona 2002 auf dem Dultplatz
5.-7. Juli 2002: umwelt 2002 in der Donau-Arena


*** Schlussworte *** (JF)

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Viele Grüße, Jürgen Friedmann (JF)
Greenpeace-Gruppe Regensburg, Internetredaktion/Öffentlichkeitsarbeit

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Erscheinungsdat dieser Ausgabe: 9. November 2001


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