Greenpeace-Gruppe Regensburg, Sonder-Newsletter Dezember 1999

*** Greenpeace-Gruppe Regensburg und das Bruckmandl starten Foto-Protest-Aktion ***

Regensburg, den 18.12.99: Mit ungewöhnlicher Unterstützung von prominenter Seite wird die Greenpeace-Gruppe Regensburg am Samstagmorgen eine Fotoaktion gegen Patente auf Leben starten: Dem Bruckmandl hängen die Umweltschützer ein Schild mit der Aufschrift "Ich lasse mich nicht patentieren" um. Greenpeace fordert ein Verbot der Patentierung von Lebewesen und deren Genen. Am Samstag, den 18.12.1999 werden deshalb Mitglieder der Regensburger Greenpeace Gruppe verkleidet als Kürbisse und Mais durch die Stadt ziehen und "Keine Patente auf Leben" fordern. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, können sich die Regensburger sich am Samstag, den 18.12.1999 von 12 bis 13 Uhr auf dem Bismarckplatz fotografieren lassen.

Der Anlass für die Kampagne liegt in München: Seit 1. September hat das Europäische Patentamt grünes Licht für Patente auf Pflanzen und Tiere gegeben. Die Heilpflanzen aus den Urwäldern sind davon genauso betroffen wie die Frage, ob Saatgut weltweit monopolisiert werden darf. Sogar Patente auf menschliche Gene und Teile des menschlichen Körpers werden für rechtmäßig erklärt. Greenpeace hält diese Entscheidung des Patentamtes für einen Rechtsbruch, da das Amt sich eigenmächtig über bestehende Bestimmungen hinweg setzt, und fordert den Amtspräsidenten Ingo Kober auf, die Patentierung umgehend zu stoppen.

Das Patentamt will in den nächsten Monaten einige hundert Patente auf Pflanzen und Tiere erteilen. Dazu wurde auf Initiative Kobers im Juni eine neue Interpretation des geltenden Patentrechtes beschlossen. "Wir wollen die Protest-Fotos von Bürgern sammeln und Herrn Kober zeigen, wie viele Menschen diesen Rechtsbruch verurteilen. Er muss die Patentierung von Leben unterbinden", erklärt Sabine Breidbach von der Greenpeace-Gruppe Regensburg. 1995 wurde aufgrund eines Einspruchs von Greenpeace die Patentierung von Pflanzen und Tieren zunächst gestoppt. Jetzt aber erteilt das EPA seit 1. September nach der neuen Auslegung solche Patente.

Viele der beantragten oder bereits patentierten Verfahren wie die Klonierung des Menschen werden zwar noch nicht kommerziell angewendet oder sind verboten. Aber die Patentanträge zeigen, von welcher Zukunft die Gentechnik-Konzerne träumen.

Das EPA hat auch ein massives wirtschaftliches Interesse an Patenten. Das Amt finanziert sich nicht über Steuergelder, sondern über Gebühren für die Erteilung von Patenten. 1998 betrug der Gewinn 250 Millionen DM, die Einnahmen beliefen sich auf 1,3 Milliarden DM.

Die Auffassung von Greenpeace teilt auch die Bundesministerin für Justiz Däubler-Gmelin, die in einem Schreiben an die Umweltorganisation erklärte, dass sie der Neuauslegung des Patentrechtes nicht zustimmt. Aus dem Schreiben geht auch hervor, dass eine Patentierung von Leben nur nach einer Änderung der gesetzlichen Bestimmungen möglich wäre.

Wer sich gegen Patente auf Leben fotografieren ließ, sehen Sie demnächst unter www.greenpeace-regensburg.de.

Sie können uns Ihr Bild für die Aktion auch gerne per Mail schicken!


*** Schlussworte ***

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Viele Grüße, Jürgen Friedmann 
Greenpeace-Gruppe Regensburg, Internetservice


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    22. 05. 2012.       Druckversion