Ohne Urwälder keine Waldelefanten, Orang-Utans und Bären
Greenpeace-Gruppe Regensburg fordert von Regierung mehr Urwaldschutz
Regensburg, 2.11.2001 – Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Regensburg informieren am kommenden Samstag, 3.11.2001 in der Regensburger Drei-Helm-Gasse (vor K&L Ruppert) – sowie in elf weiteren deutschen Städten – über die fortschreitende Zerstörung der letzten Urwälder der Erde. Sie tragen dabei Masken von sieben Urwaldtieren [Die Urwaldtiere Orang-Utan, Waldelefant, Jaguar, Andenhirsch, Bär, Wolf und Tiger repräsentieren die sieben letzten Urwälder der Erde]. Zur Veranschaulichung steht den Passanten eine überdimensionierten Weltkugel mit den Heimatgebieten der Urwaldtiere zur Verfügung. Bis Mitte Dezember werden Greenpeace-Gruppen den Einsatz von Urwaldholz recherchieren und aufdecken.
„Wer Urwaldholz kauft, zerstört nicht nur die letzten Urwälder, sondern auch den Lebensraum der Urwaldtiere. Ohne Urwald keine Waldelefanten, Orang-Utans und Bären“, sagt Christian Stierstorfer von der Greenpeace-Gruppe Regensburg. Passanten können eine Postkarte an Bundeskanzler Gerhard Schröder unterschreiben mit der Aufforderung, bei öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen generell auf Urwaldholz zu verzichten und sich auf den nächsten internationalen Konferenzen für den Urwaldschutz stark zu machen.
Weltweit sind die „Fantastischen Sieben“, die letzten sieben noch existierenden großen Urwaldregionen akut von Abholzung bedroht. Ob in Südostasien, in Afrika, am Amazonas, in Chile, in Kanada, im europäischen Teil Russlands oder in Sibirien: Weltweit sind die letzten großen Urwälder extrem gefährdet. Beispiel Orang-Utan: In den letzten zehn Jahren halbierte sich die Anzahl dieser Menschenaffen auf nur noch 20.000. Wenn die Urwaldvernichtung so voran schreitet, ist der Orang-Utan in etwa zehn Jahren ausgestorben. Auch Deutschland trägt dafür mit Verantwortung: Jährlich wird Holz im Wert von zwei Milliarden Mark aus Urwäldern – gerade auch aus den „Fantastischen Sieben" - importiert.
Es bestehen jedoch Möglichkeiten, auf Holz zurück zu greifen, das nicht aus Urwaldvernichtung stammt: FSC-zertifiziertes Holz, das nach ökologischen und sozialen Kriterien bewirtschaftet wurde. Wenn die Verarbeiter von Holz sicher stellen wollen, dass das von ihnen gekaufte oder verwendete Holz nicht aus Urwäldern stammt, sollten sie Holzprodukte mit dem FSC-Logo kaufen.
Um die letzten wunderschönen Urwälder und ihre Vielfalt an Tieren und Pflanzen zu erhalten, ist jedoch die Hilfe der Politik notwendig. Die Regierungen der Welt müssen endlich effektive Maßnahmen zum Schutz der letzten Urwälder in die Wege leiten. Konkret muss die Motorsäge in den „Fantastischen Sieben" erst einmal angehalten werden. Es müssen Schutzzonen der letzten großen Urwaldgebiete geschaffen und die übrigen Gebiete ökologisch bewirtschaftet werden.
Auf dem Urwaldgipfel des Übereinkommens für biologische Vielfalt (COP6-CBD) im April 2002 in Den Haag soll ein zehnjähriger Aktionsplan für die Urwälder erarbeitet werden. Dazu laufen die Vorbereitungen vom 12. bis 16. November in Montreal. Die Ergebnisse dieses Treffens werden über das Schicksal der verbliebenen Urwälder und über das Überleben Tausender Tiere und Pflanzen entscheiden.
Achtung Redaktionen: Rückfragen richten Sie bitte an Jürgen Friedmann, Sprecher der Greenpeace-Gruppe Regensburg oder am Samstag ab 10 Uhr vor Ort an Christian Stierstorfer, Waldexperte der Greenpeace-Gruppe Regensburg.
Weitere Informationen auch im Internet unter www.greenpeace.de/urwald