Presseerklärung vom 3.3.2002

Greenpeace informiert auf dem Haidplatz

Die Fantastischen 7: Die letzten Urwälder der Erde – retten oder vernichten ?

Regensburg, 3.3.2002 – Die letzten Urwälder der Erde sind akut bedroht. Nur noch 20% der Urwälder sind weltweit erhalten. Der Rest wurde vernichtet bzw. in Felder, Forste oder Plantagen umgewandelt. Mitarbeiter der Greenpeace-Gruppe Regensburg informieren dazu am Dienstag, den 5. März von 10 bis 19 Uhr auf dem Haidplatz und sammeln Unterschriften zum bevorstehenden Urwaldgipfel im April. Dabei werden sie symbolisch von sieben Urwaldtieren begleitet, die jeweils ein großes Urwaldgebiet unseres Planeten vertreten. Eine Multimedia-Show und Infobroschüren zeigen das Ausmaß der Zerstörung und Auswege aus der Krise. Greenpeace lädt die Besucher ein, sich mit einem Schild „Rettet die letzten Urwälder“ fotografieren zu lassen. Diese Fotos werden anschließend im Internet veröffentlicht.

„Seit Jahrzehnten verschwindet alle zwei Sekunden Urwald in der Größe eines Fußballfeldes vom Erdboden. Internationale Holzkonzerne schlagen riesige Flächen kahl, zerstören damit den Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten, vieler einheimischer Völker und  bedrohen das globale Klima,“ erklärt Christian Stierstorfer, Waldexperte der Greenpeace-Gruppe Regensburg. Trotz der 1992 in Rio beschlossenen 'Konvention für die biologische Vielfalt’ (CBD) ist seither Urwald der dreifachen Größe Deutschlands für immer vernichtet worden. Auf der Vertragsstaatenkonferenz vom 8.-19. April 2002 in Den Haag (COP-6) wird über das Schicksal der letzten Urwälder verhandelt. Dabei müssen die internationalen Vereinbarungen endlich konkret umgesetzt werden.

Mit ihrer Unterschrift können Passanten Bundeskanzler Gerhard Schröder dazu auffordern, sich auf dem Urwaldgipfel für einen Abholzungsstopp, für Schutzzonen, und für die ökologische Bewirtschaftung der restlichen Urwälder einzusetzen. Jeder einzelne kann heute die Urwälder schonen, indem er FSC- oder Naturland-zertifizierte Holzprodukte kauft und im Alltag Recyclingpapier benutzt. 

Greenpeace ruft die Bundesregierung auf, sich für den Schutz der Urwälder einzusetzen: Es muss ein Moratorium für die industrielle Erschließung der letzten Urwälder geben, bis ein Netz von Großschutzgebieten und Konzepte zur nachhaltigen Nutzung entwickelt sind. Außerdem fordert Greenpeace, dass sich die Bundesregierung an der Errichtung eines internationalen Urwaldfonds beteiligt, der die Finanzierung von Schutzmaßnahmen und nachhaltigen Entwicklungskonzepten sicherstellt.


Achtung Redaktionen: Rückfragen richten Sie bitte an Jürgen Friedmann, Sprecher der Greenpeace-Gruppe Regensburg oder am Dienstag ab 10 Uhr vor Ort an Christian Stierstorfer, Waldexperte der Greenpeace-Gruppe Regensburg.

Weitere Informationen auch im Internet unter www.greenpeace.de/urwald 


    22. 05. 2012.       Druckversion