Greenpeace-Aktivisten protestierten vor der Zentrale der Bayerischen Staatsforsten gegen die Verheimlichung von Daten über öffentliche Wälder. Wir fordern eine Überarbeitung des Staatsforstengesetzes, damit wir Bürger über die öffentlichen Wälder mitbestimmen können. Auch Naturschutzinteressen müssen in öffentlichen Wäldern berücksichtigt werden!
Bei dieser Protestaktion waren Greenpeace-Aktivisten aus ganz Deutschland, aber auch aus Regensburg dabei.
In über 50 deutschen Städten protestierten Greenpeace-Aktivisten für den Schutz der Buchen. Da wir auf der dona mit einem Infostand vertreten waren, nutzten wir dieses Forum, um auf die Wichtigkeit des Schutzes der alten Baumriesen aufmerksam zu machen. Wir verteilten drei Meter lange Maßbänder an Passanten, mit denen sie den Umfang und das Alter der Bäume in ihrer Umgebung bestimmen können. Die Mitmacher konnten Fotos und Informationen über die dicksten Buchen direkt an Greenpeace schicken.
Erst im Jahr 2011 erklärte die UNESCO fünf alte Buchenwälder in Deutschland zum Weltnaturerbe. Um die internationalen und nationalen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt umzusetzen, reicht diese Fläche jedoch nicht aus. Weil Landesregierungen wie zum Beispiel Bayern keine Auskunft über öffentliche Wälder geben, ist nicht erkennbar, welche Gebiete zukünftig stärker geschützt werden sollten und wo eingeschlagen wird. Greenpeace-Aktivisten hatten in den vorhergehenden Wochen mit Maßbändern und GPS-Geräten den Wald im bayerischen Spessart untersucht und über 23.000 Bäume erfasst. Aus den Daten der alten Buchen und Eichen erstellten sie Karten. Dabei haben sie Einschläge im öffentlichen Wald aufgedeckt, die eindeutig gegen das nationale und europäische Naturschutzrecht verstoßen (http://gpurl.de/uVEI4).
Für die Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder sind die jeweiligen Landesforstbehörden bzw. -betriebe zuständig. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Forstbehörden privatwirtschaftlich ausgerichtet, mit dem Ziel, größere Gewinne für die Landeskassen abzuwerfen. Aus Kostengründen kommen immer mehr Schwerstmaschinen, sogenannte Harvester, zum Einsatz. Diese hinterlassen häufig breite Schneisen der Verwüstung und Fahrspuren im Wald. In der Regel wird das ganze Jahr über Holz eingeschlagen - ohne Rücksicht auf Brut- und Aufzuchtszeiten der heimischen Tiere. Wir fordern, dass wenigstens zehn Prozent der Waldflächen ganz der Natur überlassen werden. Der restliche Wald sollte nur noch ökologisch und nicht industriell bewirtschaftet werden.
Anläßlich des Treffens des Beirats der Staatsforsten Bayern am Montag den 5. März, machten wir uns auf, der Versammlung einen Besuch abzustatten. Als Ort des Geschehens war zunächst das Dienstgebäude der bayerischen Staatsforsten in Regensburg angedacht. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Beirat sich in einem Windpark 50km nördlich von Regensburg treffen würde. Spontan wie wir sind disponierten wir schnell um und fuhren mit Aktivisten aus anderen bayerischen Greenpeace-Gruppen los. Der einsetzende Schneefall und Glatteis machte die Sache nicht leichter. Im Schritttempo ging es durch die verschneite bayerische Landschaft. Die Ortsangabe Windpark stellte sich als relativ ungenau heraus. So ein Windpark ist doch sehr groß! Da das unfreundliche Wetter sicherlich auch die Beiratsmitglieder zu einem schnellen Aufbruch veranlassen würde, begaben wir uns zum größten Restaurant in der Gegend. Wir vermuteten den Beirat der Staatsforsten dort. Unsere Intuition traf ins Blaue und kurz nachdem wir uns vor dem Eingang mit Bannern und Broschüren positioniert hatten trafen auch schon die ersten Beiratsmitglieder der Staatsforsten ein. Wir begrüßten alle herzlich mit "Grüß Gott" und verteilten unser Material. Meist wortlos gingen die Beiratler an uns vorüber jedoch mit unseren Broschüren in der Hand. Ein Gespräch kam kaum zustande. Ein Mitglied des Staatsforsten war eher leicht aggressiv und schimpfte, dass die Buche schon seit Jahrzehnten geschützt werden würde. Leider erhielten wir so den Eindruck, dass hier eingefahrene Meinungen nicht revidiert werden. Nachdem der letzte Staatsforesten-Beirat an uns vorüber geschritten war beendeten wir unsere kleine aber feine Aktion und fuhren im Schneetreiben nach Hause.
Greenpeace-Aktivisten protestierten am Samstag, den 25.2.2012 in Regensburg am Neupfarrplatz gegen die Waldpolitik des Landes Bayern. Insgesamt waren in 24 Innenstädten in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg Infostände eingerichtet. Passanten konnten sich an dem Protest beteiligen und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für den Preis der „Goldenen Kettensäge“ nominieren. Auf Postern war der bayerische Ministerpräsident mit einer Kettensäge in der Hand zu sehen. Die Umweltschützer sammelten zudem Unterschriften für einen sofortigen Einschlagstopp in öffentlichen Buchen- und Laubwäldern, die über 140 Jahre alt sind.