Greenpeace fordert Stopp der Planungen für Ensdorf
Saarbrücken, 04.10.2007 – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace macht heute mit einer Installation in Saarbrücken in der Bahnhofsstraße sichtbar, wie stark das in Ensdorf von RWE geplante Kohlekraftwerk das Klima belasten wird. Ein rund drei Meter hoher Berg aus 120 schwarzen Müllsäcken zeigt, welche Menge des Treibhausgases Kohlendioxid der Neubau in einer zehntel Sekunde ausstoßen wird. Auf den Säcken steht „CO2“ und „Der gefährlichste Müll ist der, den wir nicht sehen“. In der Nacht hatten die Umweltschützer mit einer Diaprojektion am zukünftigen Kraftwerksstandort gegen das Bauvorhaben protestiert.
„Es wird nur einen Wimpernschlag lang dauern, und das geplante Kraftwerkhat in Ensdorf hat 14.400 Liter Kohlendioxid produziert. Das entspricht dem Volumen unserer 120 CO2-Müllsäcke oder dem eines Kleintransporters,“ erläutert Edelinde Bohdi-Ihl von der Greenpeace-Gruppe Saar die Installation. Müsste man das Treibhausgas auf der Straße abtransportieren, würde Tag für Tag eine Kolonne von ca. 850.000 Kleintransportern aus dem Kraftwerk rollen. Diese Menge will RWE in Zukunft einfach in die Atmosphäre blasen.
“Die Planung des neuen Kraftwerks in Ensdorf muss gestoppt werden, sie ist mit den deutschen Klimaschutzzielen unvereinbar.“
Greenpeace informiert in diesen Wochen in Regionen , in denen neue Kohlekraftwerke geplant werden, über die Auswirkungen der Bauprojekte auf das Klima und Alternativen bei der Energieerzeugung. „Keine neuen Kohlekraftwerke – Klimaschutz geht anders!“ projizieren die Umweltschützer in der Dunkelheit auf Gebäude an den vorgesehen Kraftwerksstandorten.
„In Deutschland ist bis 2012 der Bau von 25 neuen Kohlekraftwerken mit einer Kapazität von 24.000 Megawatt geplant“, so Bohdi-Ihl „Eine solche Anlage läuft 40 bis 50 Jahre lang. Wer heute weiter auf Kohle setzt, zementiert bis ins Jahr 2050 eine klimaschädliche und nicht zukunftsfähige Energieversorgung.“ In dieser Zeit werden diese Kohlekraftwerke die Atmosphäre jährlich mit zusätzlichen 140 Millionen Tonnen CO2 belasten.
Greenpeace will den Ausbauplan in dieser Form verhindern. Die Zahl der geplanten Anlagen ist viel zu hoch, und einzelne Kraftwerke sind überdimensioniert. Die Umweltorganisation setzt auf kleine dezentrale Kraftwerke mit so genannter Kraft-Wärme-Kopplung. Bei dieser hoch effizienten Technik wird nicht nur der erzeugte Strom genutzt, sondern auch die dabei produzierte Wärme. Daher fordert Greenpeace, bei der Planung dem Klimaschutz absoluten Vorrang einzuräumen.
Im Saarland plant der Energiekonzern RWE in Ensdorf ein neues Kohlekraftwerk, das 9,2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen wird. Das ist die Menge, die den energiebedingten CO2-Emissionen von Jamaica entspricht. Das Kraftwerk hat nur einen Gesamt-Wirkungsgrad von 46 Prozent.
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