Gentechnikfreies Frühstück in der Bahnhofsstraße

Greenpeace-Gruppe Saar informiert zu Gen-Futter aus Südamerika bei Weihenstephan und Bärenmarke

Saarbrücken, 23. Mai 2009. Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Saar versammeln sich heute zu einem öffentlichen, gentechnikfreien Frühstück mitten auf der Bahnhofsstraße. Wie ein Schild verkündet, sind alle Speisen auf dem festlich gedeckten Tisch vollständig „gentechnikfrei“ – auch die Milchprodukte und Eier sind ohne Gen-Futter hergestellt. Einige Greenpeacer in Anzug und Kostüm halten Schilder mit den Schriftzügen „Achtung! Milch hergestellt mit Gen-Futter. Weihenstephan/ Bärenmarke“, die darauf aufmerksam machen, dass die Premium-Molkereien Weihenstephan und Bärenmarke weiterhin gentechnisch manipulierte Soja aus Südamerika an Milchkühe verfüttern lassen, obwohl ein gentechnikfreie Fütterung möglich und von den Kunden gewünscht ist. Interessierte Bürger können sich durch ein Protestschreiben an die Molkereien für eine Milcherzeugung ohne Gen-Pflanzen stark machen.

„Was nützt es den Kunden, wenn Weihenstephan und Bärenmarke mit einem naturnahen Image werben, in der Packung aber Gen-Milch steckt?“, gibt Gabi Sautter von der Greenpeace-Gruppe Saar zu bedenken. „Die meisten Kunden möchten nicht, dass die Kühe, deren Milch sie trinken, mit Gen-Futter gefüttert worden sind. Und eine gentechnikfreie Fütterung ist möglich. “

So ist bei Bio-Produkten generell Gen-Futter ausgeschlossen und auch einige konventionelle Marken, darunter seit einigen Monaten der Hersteller „Landliebe“ garantieren mittlerweile, dass ihre Milch „gentechnikfrei“ ist . „In menschlicher Nahrung finden sich in Deutschland fast keine Gen-Pflanzen. Denn das müsste auf den Packungen angezeigt werden und solche Ware würde schlicht niemand kaufen. Gen-Pflanzen werden deshalb hauptsächlich als Futtermittel nach Deutschland importiert. Wenn es an die Tiere verfüttert worden ist, muss das leider auf Milch, Milchprodukten und Eiern nicht angezeigt werden. Kunden, die solche Produkte für sich vermeiden und den weltweiten Anbau von Gentechnik nicht indirekt fördern wollen, sollten entweder Produkte mit der Aufschrift „gentechnikfrei“ oder Bioprodukte wählen.“, so Sautter.


Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe mit Nebenwirkungen entstehen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als herkömmliche Soja. Die giftigen Mittel gefährden Anwohner, verunreinigen Trinkwasser und bedrohen die Pflanzenvielfalt. Die Molkereien tragen durch die Duldung von Gen-Futter bei ihren Lieferanten zur Verbreitung der Risikosaat in Südamerika bei. Zudem bedroht der Anbau in Südamerika die letzten Urwälder. Riesige Flächen wurden gerodet, um Platz für die Sojabohne zu schaffen.
 

Flyer Gefahren der Genpflanzen

Flyer Futtermitteltest


    23. 05. 2012.       Druckversion