Premium-Molkereien verkaufen Gen-Milch

Greenpeace-Gruppe Saar informiert zu Gen-Futter aus Südamerika bei Bärenmarke, Weihenstephan und Allgäuland

Saarbrücken, 18. 4. 2009 - Die Greenpeace-Gruppe Saar protestierte gegen den Einsatz von Gen-Pflanzen im Futter von Milchkühen. Verarbeitet wird die Milch von den namenhaften Molkereien Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland.

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Die Greenpeace-Aktivisten informierten die Verbraucher vor vier Supermärkten (Globus, REWE, Real, Edeka) in Saarbrücken, dass der Einsatz von Gen-Futter mit dem Alpen-Idyll nicht zusammen passt. Die Supermärkte sollen im Sinne der Verbraucher die Molkereien auffordern, in Zukunft keine Gen-Milch mehr zu produzieren.

 


Der Filialleiter der Edeka-Filiale Heuduckstraße, Herrn Gerart, sicherte zu, sich bei den Molkereien für eine gen-pflanzenfreie Fütterung der Milchkühe einsetzen zu wollen. In den anderen Filialen zeigte man sich gesprächsbereit, wollte sich aber in Abwesenheit der jeweiligen Filialleiter nicht festlegen und sicherte den Aktivisten zu, die Unterlagen und das Anliegen weiterzuleiten. Ähnliche Aktionen fanden gleichzeitig in 21 Städten vor mehr als 80 Supermärkten statt.

Nach neuen Greenpeace-Analysen von Futtermittelproben lassen drei namhafte Molkereien weiterhin gentechnisch veränderte Soja aus Südamerika an Milchkühe verfüttern. Die Umweltschützer ließen Proben von Höfen untersuchen, die ihre Milch an die so genannten Premiummarken „Weihenstephan“, „Bärenmarke“ und „Allgäuland“ liefern. Zwar hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den Anbau von Gen-Mais in Deutschland verboten. Doch Millionen Tonnen Gen-Pflanzen werden als Futtermittel nach Deutschland importiert. Der Hersteller von „Landliebe“ zeigt, dass es auch anders geht: Seine Milchlieferanten verfüttern keine Gen-Pflanzen.

„Was nützt es Verbrauchern und Umwelt, wenn Milch unter dem wohlklingendem Namen 'Alpenmilch' verkauft wird, in der Packung aber Gen-Milch steckt?“, gibt Gabi Sautter von der Greenpeace-Gruppe Saar zu bedenken. „Mit dem Anbauverbot von Gen-Mais gibt die Politik den Molkereien eine Steilvorlage. Jetzt müssen auch die Unternehmen handeln und das Gen-Soja aus dem Futtertrog verbannen.“

Alle vier getesteten Milchmarken werben mit regionaler oder naturnaher Milchproduktion. Greenpeace hat das Kraftfutter von vier landwirtschaftlichen Betrieben je Molkerei analysieren lassen. Jeweils drei von vier Lieferanten von „Weihenstephan“, „Bärenmarke“ und „Allgäuland“ füttern gentechnisch verändertes Sojaschrot. Alle getesteten Lieferanten für die Marke „Landliebe“ verzichten dagegen auf importiertes Sojaschrot und Gen-Pflanzen.

Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe mit Nebenwirkungen entstehen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als herkömmliche Soja. Die giftigen Mittel gefährden Anwohner, verunreinigen Trinkwasser und bedrohen die Pflanzenvielfalt. Die Molkereien tragen durch die Duldung von Gen-Futter bei ihren Lieferanten zur Verbreitung der Risikosaat in Südamerika bei. Zudem bedroht der Anbau in Südamerika die letzten Urwälder. Riesige Flächen wurden gerodet, um Platz für die Sojabohne zu schaffen.

Flyer Gefahren der Genpflanzen

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    20. 03. 2010.       Druckversion