Klimawandel durch Holzhandel

In drei Märkten in Saarbrücken entdecken Greenpeace-Aktivisten Hölzer aus Urwaldzerstörung


Saarbrücken, 1.3.2008 - Der Holzhandel in Saarbrücken bietet Produkte wie Parkett, Fensterläden und Saunabankleisten aus Tropenholz an, die zu großen Teilen aus Urwaldzerstörung stammen.

 

Dies hat eine Recherche von Greenpeace-Aktivisten in sieben Baumärkten und Holzhandlungen der Stadt ergeben. Bei den Firmen Aro Teppichwelt in Dudweiler, Hela Baumarkt auf den Saarterrassen und dem Globus Baumarkt in Völklingen fanden die Greenpeacer eine große Auswahl Tropenhölzer ohne glaubwürdiges Umweltzertifikat, dem FSC-Siegel. Sechs Greenpeace-Aktivisten informierten heute in den Märkten über die Herkunft der Hölzer und die Bedeutung der Urwälder für das globale Klima. Ein Fünftel des weltweit freigesetzten Kohlendioxids entsteht durch Waldzerstörung. Greenpeace fordert die deutschen Holzhändler auf, für den Schutz von Klima und Artenvielfalt nur noch Produkte aus ökologischer Forstwirtschaft anzubieten.

 

„Viele Kunden wissen nicht, dass sie die letzten Urwaldparadiese noch immer als Fußbodenbeläge, Fensterläden und Gartenstühle angeboten bekommen“, sagt Sandra Folz, Sprecherin der Greenpeace-Gruppe Saar.
„Urwaldschutz ist Klimaschutz. Die letzten Urwälder müssen endlich geschont werden. Sie sind Schatzkammern der Artenvielfalt und stabilisieren das Klima.“

 

Bei Hela Baumarkt und Aro Teppichwelt hat Greenpeace zum Beispiel Meerbau, Kempas und Kambala Parkette gefunden. Diese Hölzer stammen aus Urwaldregionen in Asien, Indonesien und Afrika. Bis zu 80 Prozent des Holzes wird in diesen Ländern ohne Genehmigung eingeschlagen. Nicht nur Menschen und Tiere in diesen Regionen verlieren so ihre Lebensgrundlagen. Auch die Menschen in den Industrieländern müssen mit dem Klimawandel die Konsequenzen der Urwaldvernichtung tragen.

 

Allein im Jahr 2006 importierte Deutschland rund 420.000 Kubikmeter tropisches Holz, rund drei Viertel davon aus illegalem Einschlag.
Interessierte Verbraucher können den Fund von Urwaldhölzern in Bau- und Parkettmärkten oder Einrichtungshäusern in einer Online-Datenbank von Greenpeace (www.greenpeace.de/holzrecherche) eintragen. Die Recherchen der Holz-Detektive sollen die Greenpeace-Forderung nach einem europäischen Urwaldschutzgesetz unterstützen. Import und Vermarktung von Urwaldholz aus illegalem Einschlag würden mit diesem Gesetz verboten.

 

Im Mai 2008 richtet die deutsche Bundesregierung den Urwaldgipfel der Vereinten Nationen (Convention on Biological Diversity, CBD) in Bonn aus. Greenpeace fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich im Vorfeld des Gipfels für ein europäisches Urwaldschutzgesetz einzusetzen.


    9. 02. 2012.       Druckversion