Risiko Gentechnik

Wir arbeiten an dem Thema Gentechnik und Patente auf Leben.

Auch in diesem Jahr werden wir einige spezielle Aktivitäten zu diesem Thema anbieten. Ab April wird vor unserem Greenpeace Büro (Schwarzbach 2) ein gentechnik freies Maisfeld gesät und kenntlich gemacht. Wir wollen daduch ein Zeichen sähen und beteiligen uns an der Mitmachaktion von Bantam www.bantam-mais.de . Denn wo Bantam steht, wächst kein Genmais.

Machen Sie mit, auch Ihr Balkonkasten darf ein Zeichen tragen. 

Gendreck kommt nicht auf unseren Teller!

Ab August laden wir die Bürger/innen zum Mais - ernten und essen ein.

Vorträge, Infostände und Aktionen finden vermehrt zu diesem Thema in diesem Jahr statt. 

Terrorangriff auf AKW - mehr als ein Restrisiko

Um auf die tödliche Gefahr aufmerksam zu machen, die von Atomkraftwerken ausgeht, klettern Greenpeace Aktivisten in den frühen Morgenstunden auf die Kuppel des Atomkraftwerks Unterweser bei Nordenham. Greenpeace fordert die sofortige Stilllegung des in den 70er Jahren gebauten Reaktors des Energieversorgers E.ON. Der Reaktor ist derzeit nicht ausreichend gegen einen Flugzeugabsturz oder einen terroristischen Anschlag aus der Luft geschützt.

Vertagt! Das Oberlandesgericht Lüneburg hat seine Entscheidung über das Atomzwischenlager beim AKW Unterweser auf Juni verschoben. Begründung: Ein wichtiges Gutachten des Bsf zu den Auswirkungen eines Flugzeugabsturzes liege noch nicht vor. Zwei Landwirte aus dem Landkreis Wesermarsch fechten seit 2003 die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager an.

Das Gericht forderte das Bundesamt für Strahlenschutz auf, sein Gutachten bis zum 15. April vorzulegen. Die Experten sollen bewerten, wie sich der gezielte Absturz eines Airbus A380 auf das Atomzwischenlager auswirken würde.

<q>Allein schon die Aufforderung des Gerichts macht deutlich, dass ein Terrorangriff auf eine Atomanlage ein ernst zu nehmendes Szenario darstellt beiseitegewischt werden kann</q>, so Atomphysiker Heinz Smital. <q>Es kommt sehr wohl im Detail auf die möglichen Folgen an.</q>

Wie vollständig das Zwischenlager bei einem Flugzeugabsturz zerstört würde und wie sehr die Kläger dadurch verstrahlt würden, ist noch nicht offiziell belegt. Doch schon lange steht fest, dass die alten Atomkraftwerke einem solchen Absturz nicht standhalten könnten. Innerhalb weniger Stunden käme es über viele Kilometer hinweg zu tödlichen radioaktiven Freisetzungen.

<q>Diese enorme Gefährdung lässt sich nicht als Restrisiko abtun</q>, sagt Greenpeace-Experte Smital. <q>Sie rechtfertigt den Entzug der Betriebsgenehmigungen. Wenn der Rechtsstaat funktioniert, steht das Aus für so manches Atomkraftwerk unmittelbar bevor.</q> Der nächste Verhandlungstermin ist für den 23. Juni anberaumt

Deutsche Bahn fährt mit dreckigem Kohlestrom

Unschuldig, leise und sauber kommen sie daher - die Züge von heute. Sie fahren mit Strom und erzeugen keine direkten Abgase mehr. Die qualmen dafür aus den Schloten der Stromerzeuger. Nach 175 Jahren Eisenbahngeschichte setzt die Bahn noch immer auf dreckige, klimaschädliche Kohlekraft.

Die Deutsche Bahn stellt sich als <q>Vorreiterin im Klimaschutz</q> dar. DB-Vorstandschef Dr. Rüdiger Grube wirbt damit, dass sechs ICE-Züge künftig mit Windenergie fahren sollen. Sechs windkraftgetriebene ICE - angesichts der globalen Erwärmung ein lächerlich kleines Projekt. Tatsächlich bezieht die Bahn 56 Prozent, also über die Hälfte ihres Stroms aus Stein- und Braunkohlekraftwerken.

Damit nicht genug: Derzeit lässt die Bahn sogar ein neues Kohlekraftwerk für sich bauen - Datteln 4 bei Dortmund. Das EON-Kraftwerk in Nordrhein-Westfalen wird der größte Kraftwerksblock Europas, ein gigantischer Klimakiller mit sechs Millionen Tonnen CO2 -Ausstoß pro Jahr. 40 Prozent des erzeugten Stroms sollen über mindestens 40 Jahre hinweg an die Deutsche Bahn geliefert werden.

Die Weichen für die Zukunft werden JETZT gestellt. Als echter Vorreiter im Klimaschutz muss die Bahn aus dem Bauprojekt Datteln 4 aussteigen. Und sie muss Schritt für Schritt aus der dreckigen Stromversorgung aus- und auf Ökostrom umsteigen.

Machen Sie die Bahn mobil. Unterschreiben Sie unsere Online-Petition, damit die Bahn nicht den Anschluss verpasst.

Japans Walfangmaschinerie läuft wie geschmiert

Greenpeace Walfang-Kampaigner Junichi Sato praesentiert eines von zehn Stuecken gestohlenem Walfleisch auf einer Pressekonferenz. Das Walfleisch stammt vom japanischen Walfangfabrikschiff Nisshin Maru. Insgesammt wurden 23,5 Kilo Walfleisch in einer Kiste eines Besatzungsmitglieds der Nisshin Maru gefunden. Die Aufdeckung des illegalen Handels mit gestohlenem Walfleisch ist das Ergebnis einer 4 monatigen Greenpeace Recherche.

Walfang ist in Japan ein heißes Eisen, nur wissen die wenigsten Japaner das. Zwei, die es wissen und den Mut hatten, das Eisen anzupacken, sind die Greenpeacer Junichi Sato und Toru Suzuki. Seit heute stehen sie vor Gericht. Die Anklage lautet auf Diebstahl und Hausfriedensbruch. Das angebliche Diebesgut gehört zu den Beweismitteln für einen Skandal, der offensichtlich nicht publik werden soll.

Junichi und Toru haben der Staatsanwaltschaft im Mai 2008 einen Karton mit Walfleisch übergeben. Er gehörte einem Besatzungsmitglied der Walfangflotte, war von Bord geschmuggelt worden und lagerte nun im Depot eines Lieferservices. Von einem Insider hatten die beiden Greenpeacer zuvor den Hinweis erhalten, dass Crewmitglieder seit Jahren beim Schlachten der Wale illegal Fleisch abzweigen, an Land schmuggeln und gewinnbringend verkaufen.

Wale zu töten ist seit 1986 verboten. Damals trat das Walfangmoratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Kraft. Auch der Handel mit dem Fleisch ist konsequenterweise verboten. Doch die IWC hat den Nationen ein Schlupfloch gelassen: den wissenschaftlichen Walfang. Die Quote bestimmen die Länder selber. Die Kommission hat keine Grenze gesetzt. Das Fleisch, das nach den Untersuchungen übrig bleibt, darf von staatlichen Läden ganz legal verkauft werden.

Japan nutzt diese Lücke. Jedes Jahr sterben im antarktischen Walschutzgebiet rund tausend Wale durch die Harpunen der japanischen Jäger. Im Nordpazifik sind es etwa 250 Tiere. Das Fleisch wandert in die Lagerhäuser und von dort in die staatlichen Läden, die über das ganze Land verteilt sind. Ein Rest geht an die Besatzung der Walfangflotte - als kleine Entschädigung für die harten, entbehrungsreichen Monate auf See.

So weit die offizielle Lesart der Geschichte. Sie wirft viele Fragen auf. Zum Beispiel diese: Wenn es überall in Japan ganz legal Walfleisch zu kaufen gibt, wie konnte sich dann ein lukrativer Schwarzmarkt für eben dieses Walfleisch entwickeln?

<q>Was in den staatlichen Läden verkauft wird, ist tiefgefrorenes Muskelfleisch oder Walfleisch in Dosen</q>, erklärt Meeresbiologe Thilo Maack. <q>Die überwiegende Mehrheit der Japaner isst dieses Fleisch nicht, der Staat bleibt darauf sitzen. Die japanische Regierung behauptet, der Verzehr von Walfleisch gehöre zur Kultur des Landes. Doch die Lager sind voll mit tausenden Tonnen Fleisch, das keiner will.</q>

Die eigentliche Delikatesse, sagt der Greenpeace-Biologe, komme nie in die Kühlhäuser und Geschäfte: der begehrte Walschinken. Dieses Fleisch mit einem hohen Fettanteil, der aus den Kehlfurchen der Wale besteht, ist für eine betuchte Minderheit gedacht. Es wird sofort nach dem Schlachten des Wals eingesalzen und verpackt, landet dann bei den Crewmitgliedern und später auf dem schwarzen Markt. Nicht weil der Matrose, der Smutje, der Koch, der Harpunier ihre Firma betrügen wollen, sondern weil die Firma es so will. Es ist ein Deal und alle Beteiligten profitieren.

Die Maschinerie des angeblich wissenschaftlichen Walfangs wird am Laufen gehalten, damit eine kleine einflussreiche Oberschicht ihren kulinarischen Gelüsten frönen kann. Für ein paar unverbesserliche Walschinkenesser finanzieren die japanischen Steuerzahler ein Verlustgeschäft; schlachten die Jäger die Wale ab; riskiert Japan sein Gesicht vor der Welt. Darum auch forschen die Japaner überwiegend im antarktischen Schutzgebiet. Dort ist das Fleisch weit weniger mit Chemikalien und Schwermetallen verseucht als im Nordpazifik. Wer gut zahlt, will Qualität.

Diesen Skandal haben Junichi und Toru aufgedeckt und den Beweis gleich mitgeliefert. Mit dem Verfahren gegen die beiden Greenpeacer verstößt Japan nun auch noch gegen die Menschenrechte. Den beiden Walschützern drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis, während die anfänglichen Ermittlungen gegen die Schmuggler längst eingestellt sind.


    23. 05. 2012.       Druckversion