Presseerklärung vom 02. November 2011
Greenpeace-Aktivisten informieren in Tübingen über Anti-Castor-Demo im Wendland
Tübingen, 02.11.2011 - Greenpeace-Aktivisten protestieren am Samstag, 05. November 2011, von 17.00 Uhr an in der Platanenallee mit einem leuchtenden „X“ gegen den geplanten Castortransport in das niedersächsische Gorleben. Bereits ab 14.30 Uhr informieren die Aktivisten an einem Stand auf der Neckarbrücke über die am 26. November geplante Großdemonstration im Wendland. Bei Einbruch der Dämmerung (ca. 17.00 Uhr) starten die Aktivisten einen „Leuchtenden Protest“ mit einem vier Meter hohen, mit Leuchtdioden bestückten „X“. Mit diesem Symbol der Castor-Gegner fordern die Greenpeace-Aktivisten den Ausstieg aus dem geplanten Atommüll-Endlager in Gorleben. Der „Leuchtende Protest“ findet zeitgleich in 39 Städten statt.
Der Castor darf nicht rollen: Strahlung am Zwischenlager Gorleben zu hoch
„Dieser Castortransport darf nicht nach Gorleben rollen“, sagt Ulrike Beck, Sprecherin von Greenpeace Tübingen. „Der Strahlengrenzwert am Zwischenlager Gorleben wird in diesem Jahr überschritten. Die niedersächsische Landesregierung setzt sich hier über das geltende Recht hinweg“. Greenpeace hat vergangene Woche nachgewiesen, dass das zuständige niedersächsische Umweltministerium erhebliche Fehler bei der Berechnung der Strahlengrenzwerte gemacht hat. Eine unabhängige Greenpeace-Analyse ergab für das Jahr 2011 eine Strahlung oberhalb des Grenzwertes von 0,3 Millisievert pro Jahr. Dies hätte zu einem Einlagerungsstopp für weiteren hochradioaktiven Atommüll führen müssen. Das Ministerium ignorierte allerdings diese Berechnungen. Bislang werden bereits 97 Castoren aus der Wiederaufarbeitung im Gorlebener Zwischenlager verwahrt, da in Deutschland kein Endlager für hochradioaktiven Müll existiert.
Mit jedem weiteren Castor wird Gorlebener Salzstock als Endlagerstandort zementiert
Wenige Meter vom Zwischenlager entfernt baut die Bundesregierung an einem Endlager im Salzstock Gorleben. „Mit jedem Castortransport wird Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Das dürfen wir nicht zulassen.“, so Ulrike Beck. Gorleben ist aus geologischen Gründen als Endlager ungeeignet. Für den Salzstock gab es nie ein wissenschaftliches Auswahlverfahren. Darunter liegt das größte Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits Laugenvorkommen. Ein sicherer Einschluss radioaktiver Stoffe kann nicht gewährleistet werden. Trotzdem halten Atomindustrie und Politik an diesem Standort fest.
Für den 24. November ist der Beginn des Transports von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben geplant. Jeder Castor beinhaltet vier Mal so viel Radioaktivität wie bei dem Super-GAU in Fukushima in die Umwelt gelangt ist. Ab 2014 sollen außerdem weitere Transporte aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (England) folgen.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Beck, Tel. 0176-6234 5827.
Presseerklärung vom 11. September 2011
Greenpeace-Aktivisten fordern „saubere Wäsche“ von Hennes & Mauritz
Tübingen, 13.09.2011 - Greenpeace-Aktivisten hängen am Dienstag, 13. September, ab 17:30 Uhr „schmutzige Wäsche“ vor die H&M-Filiale am Holzmarkt. An der Wäscheleine ist zudem die Botschaft „Alles muss raus – entgiftet H&M!“ befestigt. Die Aktion macht darauf aufmerksam, dass für H&M-Textilien gefährliche Chemikalien verwendet werden, die Umweltprobleme in den Herstellungsländern verursachen. Andere große Textilunternehmen wie Puma, Nike und Adidas haben bereits zugesichert, giftige Chemikalien aus der Produktion zu verbannen.
„Dem Verbraucher bleibt nichts anderes übrig, als Druck auf den Hersteller zu machen“, sagt Ulrike Beck von der Greenpeace-Gruppe Tübingen. „H&M muss eine Deklaration seiner Chemikalien vorlegen und Risiko-Stoffe durch ungefährliche Alternativen ersetzen.“
Verbraucher werden unwissentlich zu Wasserverschmutzern
Da Verbraucher die Schadstoffe nicht erkennen können, kennzeichnen Aktivisten die Kleider an der Wäscheleine mit der Formel von Nonylphenol. Nonylphenolethoxylate (NPE) – aus denen Nonylphenol entsteht - werden bei der Textil-Herstellung eingesetzt und finden sich in geringen Rückständen auch im fertigen Kleidungsstück. Greenpeace hat in der Untersuchung „Schmutzige Wäsche“ nachgewiesen, dass H&M-Textilien Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten. Diese gelangen als Nonylphenol in den Wasserkreislauf und reichern sich in der Nahrungskette an. Die hormonell wirksame Substanz wurde auch in menschlichem Gewebe nachgewiesen. In der EU ist die Anwendung von NPE seit 2003 weitgehend verboten.
Mit 377 Filialen ist Deutschland weltweit der wichtigste Markt für H&M. Das schwedische Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben keine eigenen Fabriken, arbeitet aber mit 700 Zulieferern in Europa und Asien zusammen. Diese Zulieferer sollen die von H&M geforderten Umweltstandards einhalten und gefährliche Chemikalien ausschließen. Auch Nonylphenole und dessen Ethoxylate stehen auf der von H&M veröffentlichten Liste für Chemikalien, die während der Produktion nicht zum Einsatz kommen dürfen. „Dass Greenpeace in H&M-Produkten NPE nachgewiesen hat, zeigt, dass die freiwillige Selbstverpflichtung nicht greift“, so Ulrike Beck.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Beck, Tel. 07071-146 4535. Die Greenpeace-Untersuchungen zu Textilien finden Sie unter www.greenpeace.de/detox.
Presseerklärung vom 08. September 2011
Marktcheck durch Greenpeace Tübingen: ein urwaldfreundlicher Schulstart ist ganz einfach – Einkaufshilfe und Infostand am 10. September 2011
Tübingen, 08.09.2011 – Für Tübinger Schulranzen müssen keine Urwaldbäume fallen. Das zeigt eine neue Einkaufshilfe, für die Greenpeace Tübingen einen Marktcheck durchgeführt hat. Örtliche Geschäfte wurden auf ihr Sortiment an Schulmaterial aus Recyclingpapier geprüft. Das Ergebnis: In Tübingen gibt es vom Collegeblock über Ordner und Schulhefte für verschiedene Klassenstufen bis hin zum Vokabelheft die gesamte Schulausstattung aus Recyclingpapier zu kaufen.
Die Einkaufshilfe wird am Samstag, 10. September 2011, ab 11:00 Uhr an einem Infostand auf der Eberhardsbrücke vorgestellt und verteilt. Sie steht außerdem auf www.greenpeace.de/tuebingen unter „Aktuelle Themen“.
„Beim Einkaufen sollten Schüler, Schülerinnen und Eltern unbedingt auf den Blauen Engel achten“, sagt Ulrike Beck von Greenpeace Tübingen. Das Umweltzeichen garantiert, dass Papierprodukte zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt wurden – und somit auch nicht mit der Zerstörung der letzten Urwälder der Erde im Zusammenhang stehen.
„Unberührte Wälder dürfen nicht für die Papierherstellung gerodet werden – darin sind sich die meisten Menschen einig. Dennoch geschieht dies in Nordeuropa, Russland, Kanada und tropischen Ländern weiterhin Tag für Tag. Wir wollen mit unserer Einkaufshilfe zum Schuljahresbeginn zeigen, dass jeder einen ganz einfachen Beitrag zum Schutz dieser wertvollen Wälder leisten kann“, so Ulrike Beck von Greenpeace Tübingen.
Der Marktcheck, der im August in zwölf Geschäften durchgeführt wurde, zeigt allerdings auch, dass das Angebot an Produkten aus Recyclingpapier in Tübingen noch ausbaufähig ist. Die Sortimente variieren von Geschäft zu Geschäft stark. Greenpeace Tübingen empfiehlt daher, in den Läden gezielt nach Produkten mit dem Blauen Engel zu fragen.
Vor Hinweisen wie „holzfrei“, „kein Zellstoff aus den Tropen“ oder „Aqua pro Natura“ warnt Greenpeace ausdrücklich. Sie sind keine Garantie für umweltfreundliche Produkte, sondern dienen in den meisten Fällen nur dem Marketing.
Achtung Redaktionen: Wir bitten um die Veröffentlichung eines Hinweises auf die Einkaufshilfe und den Infostand. Besonders freuen würden wir uns, wenn wir einen Vertreter Ihrer Redaktion am Stand begrüßen könnten.
Rückfragen bitte an Ulrike Beck, Tel. 07071 1464535.