26/09 2010

Seit Jahren setzen wir uns für die Verwendung von Recyclingpapier an der hiesigen Universität ein. Wir begrüßen es, dass die Universitätsleitung im Herbst 2010 endlich die zentrale Papierbeschaffung auf Recyclingpapier umzustellen plant. Im Juli 2010 hat die Unileitung bekanntgegeben, dass ab dem 1. Oktober 2010 über die zentrale Beschaffung nur noch Kopier- und Druckerpapier in Recyclingqualität geliefert werde. Diese Umstellung ist Teil des Umweltprogramms der Universität im Rahmen der EMAS-Zertifizierung. Die Umsetzung des Vorhabens werden wir aufmerksam beobachten.
Bereits im April 2007 hatte die Unileitung verfügt, dass in den Kopierern der Verwaltung zukünftig in aller Regel Recyclingpapier benutzt werden soll. Darauf hatten wir über zehn Jahre hinweg zusammen mit VertreterInnen des AStA in zahlreichen Briefen, Gesprächen mit den Verantwortlichen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen gedrungen. Zwischen 2003 und 2005 stieg der Anteil an Recyclingpapier in den Studentenkopierern stetig von 33% auf 71%.
Daneben setzen wir uns auch für die Nutzung von Recyclingpapier an den Schulen in Tübingen und Umgebung ein. Mit Heften und Blöcken aus 100% Altpapier kann jeder Schüler etwas für den Erhalt der Urwälder und den Klimaschutz tun.
Produkte aus 100% Altpapier erkennt man am Blauen Umweltengel.
Aufdrucke wie „kein Tropenholz“ oder „chlorfrei gebleicht“ sind kein Hinweis auf Recyclingpapier.


Recyclingpapier spart Energie und Rohstoffe
• Eine Tonne Recyclingpapier spart 1,8 Tonnen Holz gegenüber Frischfaserpapier; es kann sechs Mal wieder verwendet werden.
• Der Wasserverbrauch für die Herstellung von Recyclingpapier ist um 80% geringer; es fallen weniger chemische Abfälle an.
• Die benötigte Energie beträgt weniger als ein Drittel.
Recyclingpapier schützt den Urwald
• Frischfaserpapier wird oft aus Urwaldholz hergestellt – auch in Deutschland, wohin das Papier oder der Zellstoff importiert werden. 80% aller Urwälder sind bereits zerstört. Auch Frischfaserpapier, das aus Holz von Eukalyptus-Plantagen hergestellt wird, belastet die Umwelt und erhöht den Druck auf die verbleibenden Urwälder.
• Viele Urwälder sind Lebensraum für indigene Völker sowie viele Tier- und Pflanzenarten. Die Menschen werden ihrer Lebensgrundlage beraubt und verarmen. 2/3 aller Landtierarten leben in Wäldern. Sehr viele davon stehen auf der Roten Liste, da ihre Heimat zerstört wird. Die genetische Vielfalt stellt auch die Grundlage für neue Arzneimittel dar, die vielleicht in Zukunft überlebenswichtig sind.
Recyclingpapier schützt das Klima
• Lebende Bäume nehmen in hohem Maße CO2 auf, das Ursache des Treibhauseffektes ist. Bei der Menge an Treibhausgasen, die wir in die Atmosphäre abgeben, können wir es uns nicht leisten, eine der wenigen CO2-Senken – die Wälder – auf Dauer zu zerstören.
• Durch das Abholzen von Wäldern ergeben sich kleinklimatische Veränderungen, die das Leben in diesen Gebieten sehr erschweren. So kann in den Tropen Trockenheit entstehen, da das Wasser der Niederschläge nicht gehalten werden kann und zusätzlich noch zu starker Erosion führt.
Warum Recyclingpapier an der Uni Tübingen?
• Die Herstellungskosten sind um 20% geringer.
• Auf Recyclingpapier gedruckte Texte sind besser lesbar als solche auf Frischfaserpapier, da es die Augen bei langem Lesen weniger anstrengt. Auch Bücher sind deswegen meistens leicht angegraut.
• Laut Stiftung Warentest ist Recyclingpapier für alle Anwendungen wie z.B. Drucken und Kopieren geeignet. Das Recyclingpapier der Uni erfüllt die Archivierbarkeits-Norm DIN 6738, die in der Landesverwaltung als genauso gültig anerkannt ist wie DIN ISO 9706, auf die sich manche Kritiker (gegen Recyclingpapier) berufen.
• Die Uni Heidelberg betreibt bereits sämtliche Kopierer mit Recyclingpapier; in Münster wird gar kein Frischfaserpapier mehr verwendet.
Kurzinfo zu Recyclingpapier der Abteilung Arbeitssicherheit und Umweltschutz der Uni Tübingen:
www.uni-tuebingen.de/uni/qca/download/recyclingpapier.pdf
Greenpaper, eine Initiative der baden-württembergischen Greenpeace-Gruppen für mehr Recyclingpapier an den Schulen:
Informationsblatt über Recyclingpapier der Initiative Greenpaper (pdf-Dokument):
www.greenpeace-esslingen.de/greenpaper/files/Recyclingpapier.pdf
Julia Rojahn, Celia Eisele