Countdown To Copenhagen
Im Laufe des Jahres 2009 haben wir als Greenpeace Gruppe Wilhelmshaven stetig am Thema Klimaschutz an vielen Fronten gearbeitet. Egal ob in Vorträge in Steinhausen über Windenergie oder den Klimakiller Kohle , einer CCS Aktion am Strand von Dangast, einer Fotoaktion mit den Windwächtern von Wilhelmshaven oder die beliebte Twitteraktion im Dezember bei Jonathan, unter dem Motto "Countdown to Copenhagen" waren wir auch in unserer kleine Gruppe in 2009 stets mutiviert und engagiert.
Ein Mitglied der Greenpeace Gruppe hat sich auch Urlaub für sein Engagement genommen und in Kopenhagen und Oslo während der Weltklimakonferenz einiges erlebt. Danny Rimpl hat auf Anfrage der Wilhelmshavener Zeitung darüber im Interview^mit der Wilhelmshavener Zeitung berichtet. Das Interview mit Anmerkungen ist nachfolgend dargestellt.
Danny Rimpls Botschaft an Barack Obama
Aus der Wilhelmshavener Zeitung / von Marin Wein mit Anmerkungen (Danny Rimpl)
Egal wo Barack Obama in Oslo auftauchte - Danny Rimpl war schon da. Mit 45 anderen deutschen Greenpeace-Aktivisten machte der Wilhelmshavener Druck beim Klimagipfel.
Anmerkung: 45 Menschen waren im Bus nach Oslo, davon ca 20 deutsche ehrenamtliche Greenpeacer.
Wilhelmshaven/Kopenhagen/Oslo - Während Wilhelmshaven unter einer Lärm dämpfenden Schneeschicht liegt, ringen in Kopenhagen die Vertreter von 190 Staaten darum, dass der Wintereinbruch nicht einer der letzten sein wird. „Ich bin froh, dass ich dort war“, sagt Danny Rimpl bei einem Latte Macchiato in der Nordseepassage, „egal wie er ausgeht - der Klimagipfel wird historische Bedeutung erlangen.“
Eine Woche lang war der 32-Jährige in Kopenhagen und Oslo aktiv, um die Verhandlungsdelegationen an ihre Verantwortung zu erinnern. In der Altmark mit der Mangelwirtschaft der DDR aufgewachsen, sei er zum Sparen von Ressourcen erzogen worden, erzählt Rimpl. Das Ausmaß, in dem die Menschheit den Planeten verändert, ohne dass sich Protest regt, hat ihn 2005 zu Greenpeace gebracht. Als Ingenieur für Energie- und Umwelttechnik und Windgutachter des Deutschen Windenergie-Instituts in Wilhelmshaven weiß Rimpl zudem, wie viel Potenzial in klimaneutralen Technologien steckt. „Wir Deutsche können doch beim Klimaschutz nur gewinnen. Ein strenges Abkommen öffnet uns gewaltige Export-Potenziale“, sagt er.
Um diese Botschaft zu vertreten, nahm der Wilhelmshavener einiges in Kauf. Mit 200 anderen Aktiven wohnte er im Urlaub eine Woche lang in einer kalten Mehrzweckhalle, bemalte vor den Objektiven zahlreicher Fernsehkameras - sogar aus China - ein Protestsegel des Greenpeace-Schiffes „Beluga“ und stand sich vor dem Osloer Rathaus in winterlicher Kälte die Beine in den Bauch. Als US-Präsident Barack Obama dann nach der Nobelpreisverleihung vor die versammelte Menge trat, hielten Danny Rimpl und seine Mitstreiter ihm ihre Plakate aus vorderster Reihe entgegen: „Our climate - your decission“ - Unser Klima - eure Entscheidung“. „Erst brach eine Welle der Euphorie sich Bahn. Alle applaudierten, dann hoben sie die Plakate.“ Den Preis müsse Obama sich schließlich erst noch verdienen.

Ehrenamtliche Greenpeace Aktivisten aus Bremen, Oldenburg, Belgien und der Schweiz
Wo immer der US Präsident in Oslo Auftauchte Rimpl und die Anderen Aktivisten waren schon da, in Absprache mit der Polizei und absolut friedlich. Das blieb auch bei der goßen Demonstration so, die sich Tage durch die Stadt schlägelte. "Wir hatten keine Probleme mit Ordnungskräften" erzählt der Umweltschützer und vermutet Störer seinen eher aus dem Umfeld des alternativen Viertels Christiania gekommen.

Großkundgebung in Kopenhagen mit über 100 000 Menschen, ( D.Rimpl rechts)
Die Aktiven von 300 Organisationen hätten sich dagegen viel Kreatives einfallen lassen, um ihre Botschaft an die Gipfel-Teilnehmer im Kopenhagener Bella Center zu bringen. Bunt kostümisierte Menschen neben überlebensgroßen Puppen, viel Musik und große Filmprojektionen auf öffentliche Gebäude sorgen für Aufmerksamkeit. Daneben luden ehrenamtliche Klimaschützer die Gipfelteilnehmer in einer Kaffeebar im Konferenzzentrum ein. "Die Politiker denken in kurzen Zeiträumen , weil sie ihre Wiederwahl im Blick haben. Wir vertreten dort die Langzeitperspektive", sagte Rimpl . Als Am Sonntag schwarz vermummte apokalyptische Reiter durch Kopenhagen ritten, um die Folgen des Klimawandels anzukündigen, habe er das sehr passend empfunden.
Anmerkung: Die Projektion von der hier die Rede ist war in Oslo. Es war neben dem riesigen Banner nahe des Flughafens, dem Heißluftballon und Rainbow Warrior eines der Medienmittel um die Aufmerksamkeit auf den Klimaschutz zu richten.
Schon heute sterben jeden Tag hunderte Menschen an dessen Folgen. Dann können wir doch nicht warten bis bei uns die Deiche brechen."

Greenpeaceprotest auf dem Fughafen in Kopenhagen zur Weltklimakonferenz Cop15
Aus "Hope to Copenhagen" ist leider ein "Versagen in Kopenhagen" geworden. Damit aus dem "zur Kenntnis genommnen Vereinbarung" mehr erwächst, werden wir weiter daran arbeiten unseren Planeten so gut es geht zu bewahren.



