Arbeitsplätze für Wilhelmshaven
Klimaschutz und Arbeitsplätze Wilhelmshaven -
Perspektiven für Wilhelmshaven anstelle des Kohlekraftwerkes Electrabel
Ich glaube nicht, dass Arbeitsplätze für den Klimaschutz in Gefahr sind. Im Gegenteil: Hier können zusätzliche interessante Arbeitsplätze entstehen. Umwelttechnik ist ein deutscher Exportschlager.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin
Der Ausbau von regenerativer oder effizienterer Energieversorgung erweist
sicht weltweit als Jobmotor. Deutschland hat dabei die Führungsrolle
übernommen. Vielerorts gibt es nachhaltige Energieprojekte, die neben der
Reduzierung von Treibhausgasen auch Arbeitsplätze schaffen und die
Lebensqualität erhöhen. Wilhelmshaven kann das auch.
Das vorhandene Kohlekraftwerk von E.ON mit einer Leistung von 747 MW im
[Norden der Stadt] Stadtnorden versorgt ca. 15% von Niedersachsen mit Strom
und beschäftigt ca. 87 Mitarbeiter. Durch den teilweisen Umstieg bei der
Stromversorgung auf Blockheizkraftwerke (BHKW) und Einführung von
Wärmedämmung kann das jetzt nur für Heizung verwendete Gas gleichzeitig
für die Stromerzeugung genutzt werden. Mit dieser erweiterten Wertschöpfung
werden Arbeitsplätze für WHV generiert.
Die Greenpeace Gruppe WHV schätzt, dass:
Arbeitsplätze
- 64 Arbeitsplätze durch Installation (12) und Betrieb (52) von BHKW für 30% der Haushalte (ohne Industrie, Gewerbe) und
- weitere 24 Dauerarbeitskräfte für Wärmedämmung entstehen können.
Nach einer Amortisationszeit von ca. 4 bis 7 Jahren erfreut sich der Besitzer eines BHKW über eine zusätzliche Einnahmequelle beim Verkauf des Stromes.
Wird diese Gelegenheit auch in anderen Kommunen genutzt, könnte
vollständig auf die Emissionen des bestehenden Wilhelmshavener E.ON
Kohlekraftwerks verzichtet werden.
Der Neubau von Kohlekraftwerken schafft langfristige Abhängigkeiten.
Investitionsgelder, die für den oben genannten Umstieg benötigt werden,
fließen in den Einkauf immer teurer werdender Kohle, dieses bezahlen wir
unweigerlich über unsere Stromrechnung.
Bei Einführung zukunftweisender Technologien kann Wilhelmshaven in den
Bereichen Windenergie, Offshore Windenergie, Solarenergie, BHKW auch auf dem
Arbeitsmarkt profitieren. Die Auftragsbücher namhafter Windanlagenhersteller
sind für mindestens 2 Jahre komplett gefüllt. Das Know-how ist in WHV wie in
keiner anderen Region vorhanden. Zudem versprach der Solar World Chef Frank H.
Asbeck im Zusammenhang zum Rückbau von Kohle- und Atomkraftwerken, „dass es
für jeden bei den Energiekonzernen freigestellten Mitarbeiter einen Job in
der Solarindustrie geben wird.“
Die Stadt Wilhelmshaven ignoriert die globalen Klimaschutzziele - Obwohl das Klimaschiff - "die Grönland" im Auftrag der Bundesregierung in W'haven war und unsere Kanzlerin nach dem Besuch auf Grönland einen strikten Klimaschutzkurs fahren möchte - zeigt sich die Stadt Wilhelmshaven unbeirrt klimafeindlich. Karrikatur : (c) Mirko Rathke www.mirkorathke.de
Wilhelmshaven steht nun am Scheideweg:
Folgt die Stadt mit dem Bau zusätzlicher Kraftwerke den kurzfristigen
Interessen von Institutionellen, und hofft auf einige Dutzend Arbeitsplätze,
die größtenteils durch Fachkräfte von außen belegt werden, oder folgt sie
den weltweit ambitionierten Klimaschutzzielen und schließt sich Initiativen
an, wie sie im Umland bereits existieren, und schafft mit innovativen Ideen
und Lösungen Lebensqualität, Wertschöpfung und Arbeitsplätze im
Mittelstand?
V.i.S.d.P.: Greenpeace Gruppe Wilhelmshaven,
Rainer Klosse, Blumenstr.4, 26382 Wilhelmshaven
www.greenpeace.de/Wilhelmshaven