Nachdem am 16. Juli 1945 in der Wüste von Neumexiko die Atombombe erstmals erfolgreich getestet worden war, wurden am 6. August um 8:15 Ortszeit die Bewohner der japanischen Stadt Hiroshima die ersten Opfer der neuen Waffe. Die Bombe mit der bislang unbekannten Zerstörungskraft von 12.500 t TNT tötete beinahe 50.000 Menschen augenblicklich, insgesamt kamen etwa 150.000 Menschen unter grausamen Umständen ums Leben. Nahezu die gesamte Stadt wurde dem Erdboden gleichgemacht. Nur drei Tage später wiederholte die US-Armee das "Experiment". Über Nagasaki wurde eine fast doppelt so große Atombombe gezündet (22.000 t TNT). Obwohl die Bombenabwürfe nach offizieller Sprachregelung "militärischen" Zielen galten, fielen ihnen fast 300.000 Menschen zum Opfer.
Das Gedenken an die Ereignisse vor 60 Jahren führt zu der Frage, was daraus gelernt wurde und wo wir heute in Sachen Atomwaffen stehen. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist ernüchternd. Es werden auch heute noch 16.500 aktive Atomsprengköpfe (insgesamt knapp 30.000), die meisten davon in den USA und Russland, gelagert. Aber während bis vor einigen Jahren die raison d`etre dieser Waffen in ihrem Nicht-Einsatz lag, weil sie den Krieg unmöglich machen sollten, wird heute mit dem Gedanken an atomare Einsätze gespielt. Die USA entwickeln neue Atomwaffen mit dem ausdrücklichen Ziel, sie gegen eine der angeblichen Hauptgefahren im "Krieg" gegen Terror und Schurkenstaaten einzusetzen: tief in der Erde vergrabene Führungs- und Munitionsbunker. In der neuen Verteidigungsstrategie ebenso wie in der damit verknüpften neuen Atompolitik ("Nuclear Posture Review", 2002) behalten sich die USA sogar den Ersteinsatz von Atomwaffen vor.
Ende Mai 2005 ging die letzte Runde der Verhandlungen zum Atomwaffensperrvertrag (Non Proliferation Treaty, NPT) in New York zu Ende. Sie hatte kein Ergebnis. Und dies ist nicht Schicksal, sondern bewusst betriebene Politik der USA. Denn insbesondere die USA blockierten jeden denkbaren Fortschritt in Richtung atomarer Abrüstung. Stattdessen möchten sie das alleinige Augenmerk auf diejenigen lenken, die sich widerrechtlich der Bombe bemächtigen wollen. Gleichzeitig aber rüsten sie selbst atomar auf und gewähren darüber hinaus Indien, einem Nicht-NPT- Mitglied und illegalem Besitzer von Atomwaffen, technische atomare Unterstützung. Die USA sind das einzige Land, das sich auch weiterhin das Recht vorbehält, Atomwaffen in anderen Ländern zu lagern, etwa in Deutschland.
Greenpeace und zahlreiche Organisationen der Friedensbewegung haben die Aktion "Atomwaffenfrei bis 2020" ins Leben gerufen. Am 06. August sammelt die Greenpeace-Gruppe Wuppertal hierfür in der Elberfelder City Unterschriften (11 bis 14 h), um sich für den Abzug von Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen. Die Unterschriftenliste kann auch bei der Greenpeace-Gruppe Wuppertal angefordert werden: www.greenpeace.de/wuppertal
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