Wuppertal, 18. 04. 2004 - Am heutigen Sonntag in der Zeit von 13 bis 17 Uhr sind Wuppertaler Greenpeacer am Burgholz, um ein Zeichen gegen die Zerstörung von Wäldern und Urwäldern für Papier zu setzen. Ein Protest mit dem Motto "Erst die Urwälder, dann das Burgholz - Recyclingpapier statt Kahlschlag" als großes Banner. Diese Aktion machen die Greenpeacer im Rahmen ihres Papier-Projekts.
"Wir haben bei der Forstbehörde nachgefragt und sind zu einem wirklich erschreckenden Ergebnis gekommen.", so Ralf Weyer von der Wuppertaler Gruppe. "Wenn man den Papierverbrauch aller Wuppertaler BürgerInnen hochrechnet, stellt sich heraus, dass die Bäume des Burgholzes dafür nur etwa 121 Tage reichen würden. Sprich: Dieses beliebte Naherholungsgebiet wäre in weniger als einem halben Jahr zerstört!"
Dieser Rechnung liegen Verbrauchszahlen für Papier aus dem Jahre 2001 zugrunde, die das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht hat. Nach dem UBA konsumierte jeder Deutsche im Jahre 2001 durchschnittlich ganze 225 kg Papier. Ein mannshoher Berg Papier. Diese Zahl entspricht einem Rohstoffeinsatz von etwa 292 kg Holz pro Jahr und Person. Das aus diesem Holz hergestellte Papier ist zu 50% so genanntes "grafisches Papier", d.h. Zeitungen, Zeitschriften, Journale und auch Werbebroschüren. Bei einem Großteil des Papiers handelt es sich aber um reine Wegwerfprodukte, wie etwa Toilettenpapier und Papiertaschentücher.
Der Anteil von Altpapier bei den grafischen Produkten liegt zurzeit bei 22% (ohne Zeitungen), d.h., die meisten dieser Produkte bestehen aus so genanntem "Frischfaserpapier". Aber dieser Altpapier-Anteil kann ohne technische Schwierigkeiten mindestens verdoppelt werden.
Der Zellstoff hingegen, aus dem Frischfaserpapier hergestellt wird, stammt zu einem erheblichen Teil aus Urwäldern. Jeder fünfte Urwaldbaum fällt für Papier. Das in der Bundesrepublik verbrauchte Papier kommt teilweise aus den letzten Urwäldern Europas (Finnland). Und Deutschland ist neben den USA der zweitgrößte Zellstoffimporteur der Welt. Das macht Deutschland zu einem der Hauptverantwortlichen für die Urwaldzerstörung.
"Wir haben unsere Rechnung für das Burgholz gemacht, um den Menschen in unserer Umgebung zu zeigen, was vor ihrer Türe durch den gedankenlosen Verbrauch von Papier passieren könnte", so noch einmal Ralf Weyer. "Denn Urwälder sind weit weg und zu wenig in unserem Bewusstsein. Aber unsere Konsummentalität führt dort tatsächlich zur Zerstörung. Im Gegensatz zu Wirtschaftswäldern kann man Urwälder nicht wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen."
Greenpeace fordert den Stopp der Urwaldzerstörung, die Errichtung von Schutzgebieten und zeigt die Alternative auf, wie die Verbraucher Zellstoff sparen können: Recyclingpapier. Es ist das Ziel des Papier-Projekts solches Recyclingpapier auch in Wuppertal wieder "salonfähig" zu machen. Dazu klären Greenpeacer am Sonntag, dem 18.4.04, im Burgholz die Verbraucher vor Ort auf. Außerdem arbeiten die Greenpeacer mit zwei Kopierläden zusammen, - nämlich "Bruch" und "Ausdrucksweise" (beide in Barmen) -, die für Kopien und Ausdrucke auf Recyclingpapier in der Woche vom 19.4. bis 24.4.04 besondere Angebote zu reduzierten Preisen für die Kunden ermöglichen.
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