29.10.05: Greenpeace protestiert gegen Klimakiller

RWE plant neues Braunkohle-Kraftwerk in Neurath

Wuppertal, 29.10.2005 - Die Greenpeace-Gruppe Wuppertal protestiert ab 13 h auf dem Von-der Heydt-Platz mit einer Unterschriften-Aktion gegen den geplanten Neubau von Kohlekraftwerken und fordert von RWE-Vorstandschef Harry Roels: "Investieren Sie in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und klimafreundlichere Gaskraftwerke!"

Der Stromkonzern RWE plant ein neues Braunkohle-Kraftwerk in Neurath. Greenpeace lehnt den Ausbau der Braunkohle-Verstromung ab und fordert stattdessen den Ausbau von erneuerbaren Energien. Heute schon stoßen die bestehenden Blöcke des Braunkohle-Kraftwerkes Neurath über 16 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr aus. Das von RWE neu geplante "Braunkohle-Kraftwerk mit optimierter Anlagentechnik" (BoA) soll zwar mit 43 Prozent einen höheren Wirkungsgrad aufweisen als die alten Braunkohle-Blöcke. Doch das neue Kraftwerk würde noch mindestens 14 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid pro Jahr zusätzlich in die Luft pusten. RWE hat heute schon mit dem Ausstoß von jährlich 168 Millionen Tonnen CO2 den zweifelhaften Ruf als größter Klimakiller Europas.
Durch den enormen Ausstoß von Kohlendioxid steigt die globale Durchschnittstemperatur an. Eine Folge davon ist, dass Klimaextreme - wie die jüngste Überflutung in Bayern oder die verheerenden Hurricans in den USA - häufiger und heftiger auftreten werden. Auch Hitzewellen, Dürren und Stürme werden zunehmen. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind mit dem Neubau von Braunkohlekraftwerken nicht einzuhalten, da diese Kraftwerke etwa 40 Jahre laufen und das Treibhausgas Kohlendioxid ausstoßen. Neubauten von Braunkohle-Kraftwerken kann sich Deutschland klimapolitisch nicht mehr leisten.
Ein neues Braunkohle-Kraftwerk schafft auch nur kurzfristig während der Bauphase Arbeitsplätze. Wenn das Kraftwerk etwa 2010 ans Netz geht, will RWE dort weniger Menschen beschäftigen als in den still zu legenden Altanlagen. "Unter dem Strich baut RWE daher Arbeitsplätze ab. Erneuerbare Energien würden dagegen ein Vielfaches an langfristigen Arbeitsplätzen schaffen.", erklärt Greenpeace-Klima-Experte Karsten Smid.

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